Artikel aus den Badischen Neuesten Nachrichten vom 22. Juni 2026
Sinfonisches Blasorchester Mercedes-Benz Werk Wörth begeistert Zuhörer bei Benefizkonzert des Lions Clubs in Ettlingen
Ettlingen. Mit einem abwechslungsreichen Programm und hörbarer Spielfreude begeisterte das Sinfonische Blasorchester Mercedes-Benz Werk Wörth beim Benefizkonzert in der Stadthalle in Ettlingen. Eingeladen hatte der Lions Club Ettlingen.
Dessen Hilfswerk lässt den gesamten Erlös sozialen Projekten in der Region zukommen. Damit verband der Abend musikalischen Genuss mit einem guten Zweck.
Das 1992 gegründete Orchester setzt sich überwiegend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Mercedes-Benz-Werks, deren Familienangehörigen sowie Musikerinnen und Musikern aus der Region zusammen.
Seit drei Jahrzehnten prägt Kunihiro Ochi als künstlerischer Leiter den Klangkörper und hat ihn weit über die Region hinaus zu einem geschätzten Botschafter der sinfonischen Blasmusik gemacht. Zum Jubiläum erhielt der Dirigent einen goldenen Taktstock mit persönlicher Widmung. Seine Dankesrede fiel denkbar kurz aus. „Es gibt einen Film – Police Academy. Da sagt einer – danke“, konstatierte Ochi und sorgte mit dieser trockenen Pointe für Heiterkeit und viel Applaus im Saal.
Schon zu Beginn zeigte das Orchester mit James L. Hosays „Persis“ seine ganze klangliche Bandbreite. Orientalische Farben und das ausdrucksstarke Oboensolo verliehen dem Werk eine geheimnisvolle Atmosphäre. Mit „Mazama“ von Jay Chattaway folgte eine Reise in die Kultur der Ureinwohner des pazifischen Nordwestens. Okarina, Kultgesänge und das eindrucksvolle Spiel von gleich neun Schlagzeugern sorgten dabei für besondere Klangwirkungen.
Deutlich heimatverbundener präsentierte sich anschließend Kees Vlaks „Wald-Sinfonie“. Das romantische Werk zeichnete mit viel Liebe zum Detail ein musikalisches Bild des Schwarzwalds und seiner Menschen.
Nach der Pause wartete mit Eric Whitacres „Godzilla Eats Las Vegas“ der wohl außergewöhnlichste Programmpunkt des Abends.
Passend zu dem Drehbuch des Komponisten war eigens für dieses Konzert mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz eine Bilderschau erstellt worden. So verwüstete das Monster zu den epischen Klängen des Orchesters die Glücksspielmetropole im Stil klassischer
Godzilla-Filme. Während die Sphinx im roten Kleid das Urzeitwesen bezirzte und es mit einem heißen Tango ablenkte, marschierte eine Armee von Elvis-Klonen auf, um gemeinsam mit Lady Liberty den Kampf aufzunehmen.
Den Abschluss bildete „Miss Saigon – A Symphonic Portrait“ in der Bearbeitung von Johan de Meij. Mit dem anspruchsvollen Werk erinnerte das Orchester zugleich an einen frühen gemeinsamen Erfolg mit Kunihiro Ochi. Die bekannten Melodien des Musicals entfalteten sich in sinfonischem Gewand und sorgten für einen stimmungsvollen und würdigen Ausklang des Benefizkonzerts. Zudem bestand für jene, die der Hitze zu Hause entgehen wollten, die Möglichkeit, im Anschluss in der angenehm temperierten Stadthalle das Deutschlandspiel beim Public Viewing zu verfolgen.
Text: Ron Teeger








